Marketing bringt Touristen

Niederrhein (RP) Gute Nachricht auf der ITB: In drei Jahren haben die Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie die Stadt Krefeld 1,2 Millionen Euro in Tourismus-Reklame gesteckt. Nun soll die Branche schrittweise die Kosten selbst tragen.

Mit der 2008 gestarteten Kampagne "Typisch Niederrhein" haben die Gesellschafter der Niederrhein Tourismus GmbH alle gesteckten Ziele erreicht: In den drei Kreisen und der Stadt Krefeld ist die Zahl der sozialversichungspflichtig Beschäftigten in der Tourismus-Branche seit 2008 um drei Prozent auf jetzt 7727 gestiegen. Die Zahl der Aushilfskräfte legte sogar um elf Prozent auf 13 713 zu. Mit mehr als zwei Millionen Übernachtungen habe die Branche die Delle 2009 überwunden, so Rolf Adolphs, Geschäftsführer der gemeinsamen Tourismus GmbH, die sich derzeit mit zahlreichen Projekten auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin präsentiert.

Die Politik will die Förderung fortsetzen, aber nicht mehr alleine dafür zahlen: Zunächst die Hälfte der jährlichen Kosten von 400 000 Euro sollen die "Leistungserbringer" künftig selbst zahlen. "Und wir erwarten, dass sie die Kampagne im siebten Jahr dann komplett selbst bezahlen", so Adolphs. Vor zehn Jahren sei daran nicht zu denken gewesen, aber nun wachse die Bereitschaft, weil die Betriebe den Erfolg in der Kasse spürten. 25 Reiseveranstalter haben sich während der ITB am Stand der Niederrheiner angesagt, so viele wie noch nie. Zwar boomt der Tourismus am Niederrhein nicht, aber er wächst kontinuierlich – mit Dellen. Für den Airport Weeze bedeutet die neue Ticket-Steuer einen Dämpfer. Pläne für ein Airport-Hotel, das seit zwei Jahren im Gespräch ist, liegen auch weiter auf Eis.


Seit die Kommunen sich 2004 zur Niederrhein Tourismus GmbH zusammengeschlossen haben, hat sich die frühere "Fremdenverkehrs-Werbung" deutlich professionalisiert. Neuestes Beispiel: Kataloge und Kommunikations-Angebote für vier Zielgruppen, auf die Gastronomen und Hoteliers sich jeweils konzentrieren können – Niederrhein lässig, exklusiv, klassisch oder natürlich. Projektleiterin Martina Baumgärtner: "Teils haben die Betriebe Angst, durch die Fokussierung Kunden zu verlieren. Tatsächlich gewinnen sie." Manchem Betrieb müsse man allerdings helfen, sein Angebot auf das Niveau zu heben, das der Markt inzwischen verlange und anderenorts biete, so Adolphs.

Auch vor dem Hintergrund des schwieriger werdenden Flughafengeschäfts will sich der Kreis Kleve weiter auf Busreise-Tourismus konzentrieren. Nächste Woche macht die Kreiswirtschaftsförderung 135 Busreise-Unternehmern die Region mit einer zweitägigen Veranstaltung schmackhaft. Das soll sich 2012 auszahlen: "Im Vorfeld der niederländischen Weltblumen-Ausstellung Floriade wollen wir natürlich dafür werben, auf der deutschen Seite zu übernachten", so Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers.

2010 haben sich im Kreis Kleve die Übernachtungszahlen weiter oberhalb der Marke von 800 000 stabilisiert: Sie legten um 1,2 Prozent auf 826.908 zu. Die meisten Übernachtungen im Kreisgebiet entfallen weiter auf Geldern (109.460), Kalkar (160.256), Kevelaer (131.577) und Kleve (100.595). Zum Vergleich: 1985 betrug die Zahl aller Übernachtungen im Kreis Kleve 280.000. Dabei seien in den Statistiken die vielen Hundert Übernachtungen auf den 42 Reisemobil-Stellplätzen im Kreisgebiet noch gar nicht berücksichtigt, so Kuypers.

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