Luftraum soll sicherer werden

Rund um den Airport Weeze ist ein Sektor eingerichtet worden, in den Segelflugzeuge nur mit spezieller technischer Ausrüstung einfliegen dürfen. Flugsportvereine und Privatpiloten müssen jetzt aufrüsten.

Meist sind im Cockpit von Segelflugzeugen nur wenige Instrumente, auf denen der Pilot Höhe, Steigrate und Geschwindigkeit ablesen kann. Rund um Weeze brauchen die Piloten nun auch einen Transponder. RP-Archivfoto: RaupoldKreis Kleve Die grenzenlose Freiheit über den Wolken, die Reinhard Mey einst besang, ist da zu Ende, wo sich Verkehrsflieger und private Piloten in die Quere kommen.

Das bekommen jetzt auch die Segelflieger am Niederrhein zu spüren. Seit dem 10. März gibt es rund um den Airport Weeze eine Zone, in der auch die motorlosen Privatflieger einen Transponder brauchen. Das ist ein Gerät, das Höhe und Geschwindigkeit eines Luftfahrzeuges an die Flugsicherung überträgt und sie so für die Fluglotsen identifizierbar macht. Ohne Transponder bleiben Segelflugzeuge auf dem Radarschirm praktisch unsichtbar.

Das ist im "unkontrollierten Luftraum", in dem sie unterwegs sind, kein Problem. Dort fliegen die Piloten auf Sicht, ohne die Hilfe von Fluglotsen. In der Nähe von Flughäfen kommt es allerdings auch immer wieder vor, dass Verkehrsmaschinen beim An- und Abflug in relativ geringer Höhe fliegen.

Info Kontrollzonen

Jeden Verkehrsflughafen umgibt eine Kontrollzone, in die Piloten nur mit Genehmigung vom Tower einfliegen dürfen. Außerhalb dieser Zonen ist der Luftraum bis zu einer bestimmten Höhe "unkontrolliert", dort fliegen im Allgemeinen Privatflugzeuge, die dann nach "Sichtflugregeln" unterwegs sind.
Mit der neuen Zone, "Transponder Mandatory Zone" (Transponder-Pflichtzone, TMZ) genannt, soll dieser Luftraum sicherer werden. Segelflugzeuge kreisen oft über längere Zeit an der gleichen Stelle, wenn dort ein Aufwind ist, mit dem sie Höhe gewinnen. Ein Segler mit Transponder wird vom Fluglotsen erkannt, der dann die Verkehrsflugzeuge vor den kleinen Sportmaschinen warnen kann.

2000 Euro pro Flugzeug

Segelflieger, die durch diese Zone fliegen wollen, müssen ihre Flugzeuge nachrüsten. Rund 2000 Euro kostet das pro Maschine, auf einen Verein mit mehreren Flugzeugen kommen dann schnell hohe Kosten zu. "Das ist schon eine große finanzielle Belastung für den Verein", sagt Christoph Müller, Fluglehrer beim Luftsportverein Goch. Das Gelände in Asperden ist besonders von dem neuen Sektor betroffen. Denn die TMZ verläuft genau über dem Flugplatz und beginnt dort in einer Höhe von etwa 760 Metern.

Darunter brauchen die Segler zwar keinen Transponder, sobald sie sich aber in der warmen, aufsteigenden Luft höher tragen lassen, kommen sie in die TMZ. Auch Gerd Rademacher, Geschäftsführer des nordrhein-westfälischen Landesverbandes vom Deutschen Aeroclub, weiß um die finanzielle Belastung. "Derzeit versuchen wir, eine Sammelbestellung für alle Vereine zu organisieren, um so die Kosten zu senken." Denn betroffen sind neben den Gocher Fliegern auch die aus Wissel, Sevelen, Emmerich und Wesel.

Eingerichtet wurde die TMZ unter anderem wegen steigender Flugzahlen in Weeze: 22 615 Starts und Landungen nach Instrumentenflugregeln gab es im vergangenen Jahr in Weeze.

RP online




 

 

  
 
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