Shuttlebus-Betreiber am Flughafen Weeze ist pleite


Vor dem Terminalgebäude stehen auch Busse und Taxen bereit.

Wer länger nicht mehr vom Flughafen Weeze abgehoben ist und nicht mit dem Privatwagen anreist, wird sich wundern. Statt des bekannten Shuttle-Unternehmens mit den silbernen Kleinbussen sind seit April neue Wagen unterwegs.

Sie versorgen täglich die Strecken ins westliche Ruhrgebiet und in die Niederlande. „Es hat auf den Strecken einen Betreiberwechsel gegeben“, bestätigt auch Holger Terhorst, Sprecher des Airport Weeze. Kommuniziert wurde der Wechsel vom Flughafen nicht. Zu den Hintergründen möchte Terhorst keine Stellung nehmen.

Nicht zufällig, denn wie NRZ-Recherchen ergaben, kam der Wechsel auch nicht freiwillig zustande. Der langjährige Fahrdienst, ein Taxiunternehmer aus Kevelaer, hat nämlich Insolvenz angemeldet. Das Hauptzollamt Duisburg hatte Anfang des Jahres wegen Unterschlagung von Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 500 000 Euro gegen den 52-Jährigen ermittelt. Mitte März beantragte die Staatsanwaltschaft gegen den Unternehmer am Landgericht Kleve einen Strafbefehl: ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Geldbuße von 360 Tagessätzen für den Kevelaerer. Das liegt hart an der Grenze der Höhe, die mit einem Strafbefehl überhaupt noch möglich ist. Der 52-Jährige hat keinen Widerspruch eingelegt und die Strafe akzeptiert. Übrigens jener Unternehmer hatte auch den Disco-Bus „Night Mover“ betrieben, dessen Aus im Kreis Kleve Anfang des Jahres hohe Wellen geschlagen hatte.

Über Nacht wurden neue Unternehmen gefunden

„Nach dem Aus des Unternehmens mussten wir nahezu über Nacht neue Betreiber finden“, erklärt Waldemar Maicher, Inhaber der Konzession für diese Strecken: „Wir haben schnell ortsansässige Taxiunternehmen ins Boot geholt, die diese Routen jetzt für uns fahren.“ Auch ein Großteil der Fahrer hat die Seiten gewechselt und schnell bei einem der neuen Firmen angeheuert. Wie es heißt, sollen bis zu 80 Personen bei dem 52-Jährigen aus Kevelaer beschäftigt gewesen sein.

Das Weezer Unternehmen Taxi Cox ist nach Arnheim und Nimwegen unterwegs, die Gocher Firma Taxi Wolff hat die Strecke nach Duisburg und Essen übernommen. „Am Anfang lief das Geschäfts auch sehr gut“, beschreibt Inhaber Paul Walter die Situation. „Aber dann blieben die Passagiere plötzlich weg.“ Das hängt unter anderem damit zusammen, dass auch eine neue Buslinie vom Airport Weeze ins östliche Ruhrgebiet nach Bochum und Dortmund ins Leben gerufen wurde. „Die nimmt uns Kunden weg“, klagt Walter.

Fahrplan wurde
ausgedünnt
Auf dieser Strecke ist ein Subunternehmer der Deutschen Touring GmbH, des größten deutschen Fernbus-Reiseunternehmens, unterwegs, welches die Passagiere aus Dortmund und Bochum nach Weeze bringt. „Wir haben ursprünglich gehofft, die Linien zusammenlegen zu können. Das hat dann aber leider nicht geklappt“, betont auch Maicher.

Dass der Zuspruch auf der Strecke Essen-Duisburg-Weeze deutlich nachgelassen hat, muss aber nicht nur an der neuen Konkurrenz liegen. Statt wie bisher tagsüber nahezu stündlich, verkehrt das Unternehmen nur noch sechsmal täglich zum Flughafen. „Allerdings ist eine Reservierung erforderlich“, betont Wolters. Das war aber bei dem alten Betreiber nicht anders.

Trotz des ausgedünnten Fahrplans: „Jeder Passagier wird seinen Flug ohne lange Wartezeiten erreichen können, beziehungsweise nach Hause kommen“ betont Flughafen-Sprecher Holger Terhorst. „Die Abfahrtzeiten sind auf unsere Flugzeiten abgestimmt.“

Nach Arnheim oder Nimwegen geht es sieben, beziehungsweise acht Mal täglich. Selbst nach Köln und Düsseldorf pendelt ein Busunternehmen sieben- bis acht Mal täglich nach Düsseldorf. Und das, obwohl in der Landeshauptstadt den Flughafen Weeze und seinen Hauptkunden RyanAir angeblich niemand kennen will...

Der Westen
 

 

  
 
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