Hostel für sparsame Fluggäste

Hotels zu üblichen Konditionen gibt es im Umkreis des Flughafen Weeze einige. Doch wer billig fliegt, möchte meist auch billig übernachten. Kurzzeit-Schläfer nicht nur aus Russland nutzen gern ein Hostel auf dem Airport-Gelände.

Gut, dass Cornelia Weßner in ihrer Jugend Russisch gelernt hat. Weil sie in der früheren DDR aufwuchs, ist ihr die Sprache der Menschen, die heute über das finnische Lappeenranta nach Westeuropa kommen, nicht fremd.

Der Airport Weeze ist ein Drehkreuz für Russen: Von hier aus fliegen sie weiter in die Länder, die von Karelien aus sonst kaum zu erreichen sind. Und weil sie in Weeze abends landen und schon am frühen Morgen weiterfliegen, brauchen sie nur für ein paar Stunden ein Bett. Das bieten Cornelia Weßner und Kollege Johannes Himmes im Airport-Hostel.

Die beiden Allrounder sind Mitarbeiter der Firma Gaetan-Data. Ihr Kerngeschäft ist die Qualifizierung und Weiterbildung rund ums Fluggeschäft. "Weil wir ein Internat für unsere Schüler brauchten, haben wir 2007 ein Gebäude zur Übernachtungsstätte umgebaut", berichtet Weßner. 36 Zimmer sind's geworden, und nicht alle werden ständig für die Bildungsmaßnahmen benötigt. "Deshalb bieten wir sie auch Reisenden an." Über die Flughafenseite oder durch Googeln ("Hotel Weeze") werden Fluggäste auf das Hostel aufmerksam.


29 Euro für ein Einzel-, 39 Euro für ein Zweibettzimmer – das ist günstig. Allerdings müssen sich die Gäste mit Dusche und WC auf dem Gang zufrieden geben. Auch eine Rezeption ist nicht vorhanden. Die Flughafen-Info springt ein und händigt gegen Barzahlung und Buchungsbestätigung Zimmerschlüssel und Wegbeschreibung aus. Ein Zifferncode öffnet die Haustür, gleich dahinter gibt's in mehreren Sprachen die schriftliche Begrüßung. "Hinweise auf Gemeinschaftsraum, Bad oder Küche habe ich gemalt – das verstehen alle, hoffe ich", sagt Cornelia Weßner.

Zwei Frauen reinigen die Zimmer, beziehen die Betten und bringen die Nassräume in Schwung. Wenn der Ansturm der Gäste es nötig macht, springen auch die Manager ein: "Ich fahre hier öfters mit dem Staubsauger herum und habe anfangs auch die Wäsche zu Hause getrocknet", erzählt Weßner lachend. Auch Kollege Himmes ist "Mädchen für alles" und findet das völlig in Ordnung.

Ein Frühstück gibt es nicht, und auch sonst nichts zu essen. "Die Gäste können sich in der Lounge oder der Caféteria im Terminal versorgen", sagt Weßner. Ins Foyer des Hostels hat sie zudem Handzettel der Pizzadienste gehängt. Auch die Küche ist für jeden nutzbar. Weil aber Ryanair-Gäste meist mit wenig Gepäck reisen, haben sie nur selten Nudeln und Pastasaucen bei sich. Dieses Angebot ist eher etwas für Crew-Mitglieder, die sich gerne im Hostel einmieten.


Rheinische Post

 

  
 
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